Die Veränderlichentypen und einige Hinweise zur Beobachtung

Dietmar Bannuscher und Werner Braune
Pulsierende Veränderliche


Cepheiden

Pulsationen von mehreren Tagen mit gut sichtbarem Lichtwechsel führen die "Cepheiden" aus. Sie sind nach Delta Cephei benannt (3.48-4.37 mag, Periode rd. 5,37 Tage), dem ersten entdeckten Stern dieser Art. Da die Wissenschaftler von ihrer Periode auf die absolute Helligkeit dieser Sterne schließen können, sind die Cepheiden als "Entfernungsbestimmer" für das Universum bekannt.

Die Veränderlichkeit beruht bei diesen Sternen wie bei den RR-Lyrae-Veränderlichen auf Pulsation. Es sind Überriesen mit einer Größe von 10 bis zu 150 Sonnenradien. Die Perioden liegen zwischen 1 und 70 Tagen, die Amplitude beträgt 1-2 Größenklassen.

Cepheiden können nicht binnen einer Nacht in ihrem vollen Lichtwechsel beobachtet werden, dafür ist die Periode zu lang bzw. ist die Helligkeitsänderung für eine ausreichende Erfassung selbst während der ganzen Nacht zu gering. Aufgrund dessen sollten sie nur einmal pro Nacht geschätzt werden. Je nach Kartenart kann der Beobachter die Pickeringmethode oder die Argelandermethode dafür anwenden. Mit der Zeit entsteht so eine Lichtkurve, die allerdings wegen der Periodenlänge und dem Wetter und anderen Beobachtungshindernissen oftmals auf einen bestimmten Zeitraum reduziert werden muß, d. h. die Schätzungen werden je nach ihrer Lage innerhalb der Periode sortiert und auf den bewußten Zeitraum zurückgerechnet.

Ein solches Reduzieren ist nur durch die sprichwörtliche Gleichförmigkeit der Pulsation bei Cepheiden möglich. Für einen Versuch wird sich Delta Cephei selbst sehr gut anbieten, er liegt zircumpolar, eine Aufsuchkarte findet sich in jedem Jahrbuch (z.B. Himmelsjahr) und seine Helligkeitswerte lassen sich sogar mit bloßem Auge erfassen.


Abb. 3: Lichtkurve des Delta-Cep-Sterns RX Aur, Markus Schabacher